Behandlung einer liegenden Patientin durch eine osteopathisch arbeitende Therapeutin mit Fokus auf Schulter und Nacken

Osteopathie

Die Osteopathie betrachtet den Körper als Einheit und nutzt manuelle Techniken, um Bewegungseinschränkungen aufzuspüren und zu lösen. Ziel ist es, nicht nur Symptome, sondern die zugrunde liegenden Ursachen von Beschwerden zu behandeln und die Selbstregulation des Körpers zu unterstützen.

Ansatz und Bedeutung

Im Fokus der Osteopathie steht das Zusammenspiel von Struktur und Funktion: Kann sich eine Struktur nicht frei bewegen, wirkt sich das häufig auch auf die Funktion anderer Bereiche aus. So können beispiels­weise Einschränkungen innerer Organe Schmerzen im Bewegungs­apparat verursachen.

Osteopathen nutzen verschiedene manuelle Techniken, um Spannungen und Blockaden zu lösen und den natürlichen Bewegungs- und Regulations­­mechanismus des Körpers zu unterstützen.

Für eine sichere Behandlung sind fundierte Kenntnisse in Anatomie, Physiologie und Pathologie unerlässlich. Akute Infektionen, bestimmte Verletzungen, Tumor­erkrankungen, psychische Erkrankungen und schwere medizinische Notfälle gehören selbstverständlich in ärztliche Hände und werden nicht osteopathisch behandelt.

Nahaufnahme der Wirbelsäule eines Skeletts

Formen der Osteopathie

Parietale Osteopathie

Die parietale Osteopathie beschäftigt sich mit Gelenken, Muskeln, Bändern, Faszien und Sehnen. Bewegungs­­einschränkungen in diesem System werden je nach Befund mit manuellen Techniken wie Mobilisationen, Manipulationen, Muscle Energy Techniques oder GOT (General Osteopathic Treatments) behandelt.

Viszerale Osteopathie

Die viszerale Osteopathie befasst sich mit den inneren Organen und ihren umgebenden Strukturen. Diese werden auf mögliche Bewegungs­einschränkungen untersucht und mithilfe spezifischer manueller Techniken behandelt.

Cranio-Sacrale Therapie

Die Cranio-Sacral-Therapie ist eine aus der Osteopathie hervor­gegangene Behandlungsform. Der amerikanische Osteopath William G. Sutherland erforschte Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen eigenen physiologischen Rhythmus, der sich vom Herzschlag und der Atmung unterscheidet. Zwischen Cranium (Schädel) und Sacrum (Kreuzbein) verlaufen Hirn- und Rückenmarks­­flüssigkeit sowie die umgebenden Häute. In der Cranio-Sacral-Therapie werden diese als ein grundlegendes, vitales System betrachtet, dessen Rhythmus als PRM (Primär respiratorischer Mechanismus) bezeichnet wird. Mit sanften manuellen Techniken werden Abweichungen in diesem Rhythmus erspürt und Blockaden oder Spannungen behandelt.
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